Pilgerfahrt orthodoxer Christen im Osten Polens. Fot. P. Flückiger Paul Flückiger Grabarka (2003) Die meisten Pilger haben ihre Autos auf einem der drei Parkplätze am Waldrand abgestellt und legen die letzten paar hundert Meter zu Fuss zurück. Alle paar Dutzend Meter warten orthodoxe Mönche mit Opferbüchsen auf die Wanderer, die sich zum Tag des Heiligen Spasa, des Erlösers, auf eine Anhöhe unweit des ostpolnischen Dorfes Grabarka zwanzig Kilometer von der weissrussischen Grenze aufgemacht haben. Der Hügel wird hier selbst auf den offiziellen Wegweisern «Heiliger Berg» genannt. An seinem Fusse streben die Gläubigen, die mit auffallend östlichem Zungenschlag sprechen, zuerst zu einem Bächlein, wo sie sich Füsse, Arme und Gesicht waschen. Das dazu verwendete Taschentuch wird danach auf die Zweige eines der umliegenden Büsche gehängt. Mönche, so ist zu erfahren, werden die Tücher nachts einsammeln und verbrennen. Angebliche Heilkräfte ...
Kultur, Literatur, Politik - in dieser Reihenfolge. Wenn es gelingt.