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Wyświetlanie postów z kwiecień, 2016

Kazik Ratajzer – Aufstandsheld im Schatten

Portrait eines der letzten noch lebenden Kämpfers des Warschauer Ghetto-Aufstandes. Fot. Yadvashem.org Paul Flückiger, Warschau „Mein Aussehen hat mir das Leben gerettet“, sagt Symcha Ratajzer-Rotem, von seinen Freunden kurz und auf gut polnisch „Kazik“ genannt. Der 89-jährige ist Ehrengast der Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag des Warschauer Ghettoaufstandes von heute Freitag. Der israelische Staatspräsident Simon Peres musste seine Teilnahme kurzfristig absagen, doch „Kazik Ratajzer“ ist laut einer Sprecherin des Warschauer Rathauses trotz seines hohen Alters bereits angereist. Aufgewachsen im proletarisch geprägten Warschauer Stadtteil Czerniakow konnte Ratajzer dank seines nicht-jüdischen Aussehens und typischen Warschauer Gossendialekts während der deutschen Besatzungszeit auf der so genannten „arischen“ Seite ausserhalb des Ghettos nicht nur untertauschen, sondern sich in der Stadt ausgerüstet mit gefälschten Papieren ziemlich frei bewegen.  Bereits 1941 schl

Keine Schafe für die deutsche Schlachtbank

Vor 70 Jahren kämpften ausgemergelte Warschauer Ghetto-Bewohner 29 Tage lang gegen eine SS- Übermacht.   Fot. Wikipedia.pl   Paul Flückiger, Warschau „Das war von Anfang an ein verlorener Kampf“, sagt Marek Edelmann, einer der Gründer der Jüdischen Kampf-Organisation (ZOB). 29 Tage lang kämpften ZOB und ihre ebenso schlecht bewaffneten Kameraden des Bundes Jüdischer Soldaten (ZZW) gegen die schwerbewaffneten SS-Truppen, die rechtzeitig zu Hitlers Geburtstag das Warschauer Ghetto liquidieren sollten. „ Wir hatten eine grosse, kindliche Fantasie“, erklärte Edelmann, einer der Anführer des Ghetto-Aufstandes ein paar Jahre vor seinem Tod im persönlichen Gespräch. „ Wer wie ich 21 Jahre alt war, war schon alter Mann“, meinte er.  Die jungen, jüdischen Aufständischen hatten sich monatelang auf diesen Akt des Widerstands vorbereitet. Bereits Ende Juli 1942 war der ZOB von mehreren zionistischen und sozialistischen Jugendorganisationen als Reaktion auf die geplante Liq

Generation Papst

Vor 11 Jahren ist der "polnische" Papst Johannes Paul II gestorben. Hier eine Glosse, die damals in der NZZ erschienen ist.  Fot. Dzielo.pl  In der Schule wurde ich an jenem Tag mit den Leistungen Lenins und seiner Revolution bekannt gemacht. Auf dem Weg nach Hause habe ich Kastanien gesammelt. Die Menschen, die an mir vorbeigingen, hatten glückliche Gesichter. Alles andere als fröhlich war aber die Miene des Ansagers im Fernsehen, als er in den Abendnachrichten über die Wahl eines neuen Papstes informiert hat. Des polnischen Papstes! Es war der 16. Oktober 1978.    «Wie viele Divisionen hat der Papst?», fragte Stalin einst spöttisch. Die Ära Johannes Pauls II. zeigte die Kraft der päpstlichen «Truppen», die ohne Waffen die Welt verändert haben. «Möge der Heilige Geist herabsteigen und das Gesicht dieses Landes verändern», erbat der Papst während seiner ersten Pilgerschaft nach Polen im Juni 1979. Ein Jahr später entstand die erste freie Gewerkschaft in den

Swetlana Alexijewitsch: Das Volk unterstützt leider Putin

Als viele dachten, Russland befinde sich auf dem Weg zur Demokratie, wollte auch Swetlana Alexijewitsch daran glauben. Nach den Aggressionen in der Ukraine und in Syrien ist die Literaturnobelpreisträgerin ernüchtert. Der imperiale Traum sei in jedem Russen lebendig.  Fot. Wikipedia.org Interview: Paul Flückiger, Krakau Paul Flückiger : Zuerst hat Russland die ukrainische Halbinsel Krim völkerrechtswidrig annektiert, dann mit der Aggression gegen die Ukraine im Donbass begonnen, und nun haben wir die Luftschläge in Syrien. Ist das Zusammenleben mit Russland in Frieden noch möglich? Swetlana Alexijewitsch* : Was Wladimir Putin in Syrien macht, dass er nun diesen Streit vom Zaun bricht, hat niemand erwartet. Aber aufgepasst, in der Ukraine ist es zwar ruhig geworden, aber dieser Krieg ist noch nicht beendet, und er kann jederzeit zurückkehren. Das alles bedeutet, dass die Welt in einer sehr schwierigen Situation ist. Weshalb regt sich dagegen in Russland kaum Widersta