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Countdown zur Freiheit: Johannes Pauls II Bedeutung in der Geschichte

Polens tiefliegende katholische Wurzeln erlaubten einen Mann mehr fuer sein Land zu tun, als m enschenmoeglich war. Viele Polen erinnern sich an die Ereignisse, welche der Wahl von Johannes Paul II in den Vatikan im Jahre 1978 folgten - seine erste Pilgerreise nach Polen im Juni 1979 und der Fall der Berliner Mauer zehn Jahre spaeter.  Fot. gugulskim.salon24.pl "Lass Deinen Geist herabkommen. Lass Deinen Geist herabkommen und erneuere das Antlitz der Erde,  dieser Erde." Papst Johannes Paul II - Warschau, 2. Juni 1979 "Wie viele Divisionen hat der Papst?" Joseph Stalin's beruehmte Frage , waehrend der Potsdammer Konferenz im Jahre 1945 gestellt, galt als verachtende Reaktion auf Winston Churchill's Bemerkung, dass d ie kommunistische Machtuebe rnahme in Polen nicht dem Geschmack des Papstes entsprach. Die richtige Antwort auf Stalin's Frage folgte viel spaeter, Jahre nach dem Tod des s o wj etischen...

Karel Schwarzenberg: "Havels Mut und seine Aufrichtigkeit machen ihn zum Vorbild"

Interview mit dem tschechischen Aussenminister und Vaclav Havels einstigen Kanzleichef Karel Schwarzenberg* Paul Flückiger, Warschau (2011) Paul Flückiger: Tausende haben diese Woche Vaclav Havel auf der Prager Burg sein letztes Geleit gegeben und sich im Kondolenzbuch eingetragen. Was bedeutet Havel den Tschechen? Karel Schwarzenberg: Vaclav Havel hat die Dissidentengruppe Charta77 und die verschiedenen Wiederstandsformen koordiniert und zum Sieg über das kommunistische Regime geführt. Mit der dadurch errungenen Freiheit wurde Tschechien die Würde wieder zurück gegeben. Vorher standen wir einem Unrechtsregime gegenüber, und niemand wusste, wie sich zu wehren. Havel aber hat den Prozess des Widerstandes erst in Bewegung gebracht. Schon allein das, gab uns Tschechen Würde zurück. - Viele Freiheitskämpfer wie Havel haben sich später als ungeschickte Politiker entpuppt. - Die Tätigkeit im Widerstand erfordert Mut, Charakterfestigkeit, Idealismus und Improvisationsga...

Lech Walesa: «Neue Konfliktlösungen sind nötig»

Polens legendärer Arbeiterführer und Ex-Präsident Lech Walesa befürwortet der historischen Wahrheit und Gerechtigkeit zuliebe auch eine späte gerichtliche Abrechnung mit General Jaruzelski. Im Umgang mit Russland, das - wie die Kaukasus-Krise zeigt - wieder vom alten sowjetischen Imperium träumt, fordert Walesa mehr europäische Solidarität. Fot. M. Graczyk Interview: Paul Flückiger , Danzig (2008) Herr Walesa, gerade hat General Jaruzelskis Prozess wegen der Verhängung des Kriegsrechts 1981 begonnen. Glauben Sie Jaruzelski, wenn er sagt, er habe dabei als polnischer Patriot gehandelt und sei mit der Ausrufung des Kriegsrechts einer drohenden sowjetischen Invasion zuvorgekommen?  Lech Walesa:  Als Politiker genügt mir die Tatsache, dass ich Jaruzelski und den Kommunismus besiegt habe. Den Rest überlasse ich den dazu berufenen Organen unseres heute demokratischen Staates. Fachleute müssen sich mit der Frage beschäftigen, ob er ein ...

Joseph Bochenski: Für eine Kultur des rationalen Arguments

"Wer glaube, dass Gott die Welt geschaffen hat, braucht die Wissenschaft nicht zu fürchten. Ich bin ein ausgeprägter Rationalist, unter anderem deshalb, weil ich ein gläubiger Mensch bin - sagte Joseph Bochenski. - Die Wissenschaft ist voll von Widersprüchen, die aufzulösen sind – gemäss dem Sprichwort von Whitehead, dass „ein Widerspruch keine Katastrophe ist, sondern eine Gelegenheit. Nur Menschen schwachen Glaubens oder von kleinem Verstand fürchten sich vor der Wissenschaft. Der Glaube ist keine Verstandessache, man kann ihn nicht beweisen, aber wenn man bereit ist zu glauben, muss man seinen Verstand benutzen." Das Interview mit dem polnisch-schweizerischen Philosophen udn Dominikanern wurde 1992 gef ü hrt, doch bleiben Bochenskis Aussagen auch heute aktuell.  - Als Wissenschaftler und Geistlicher verbinden Sie in Ihrer Arbeit Glauben und Wissenschaft. Was für ein Verhältnis besteht zwischen beiden, anscheinend widersprüchlichen Bereichen des menschlichen Le...

Jugendseelsorger Jan Góra – ein Exzentriker mit Erfolg

* Kurz vor Weihnachten ist Jan Góra, ein ber ü hmter polnischer Dominikaner, gestorben. Hier nochmals das Portr ä t eines Menschen, der die Jugendlichen ansprechen konnte. Sie kamen in Scharen und nannten ihn Vater Jan. „Man muss die Leute dort abholen, wo sie stehen“ – klang sein Motto. Photo: Dominikanie.pl Von Paul  Flückiger  ( 2000) „Ich habe keine Probleme mit unserer Kirche – im Gegenteil; ich brauche sie" Tausende haben sich beim Legnica-See versammelt. Seit Stunden stehen sie sich  die Füsse in den Bauch, beten und singen. Aus ganz Polen sind die Jugendlichen  hierher gepilgert, in die Natur, unweit von Gniezno (Gnesen), wo das christliche Polen mit der Taufe Mieszko I begonnen hat. Nun stehen sie vor  20 Meter  hohen Metallkonstruktion in Form eines Fisches und warten – warten auf den Papst. „Alle Nachrichten über nicht geplante Treffen, wie zum Bespiel das Jugendtreffen am Legnica-See, sind falsch“, hatte der Sekretär...